Roman Ploenes
Künstlerische Betrachtungen zum Element Wasser

Wasser als zentrales Thema der künstlerischen Fotografie

Eine meiner Anregungen, die zur Beschäftigung mit den Strukturen des Wassers führten, waren die Prognosen bezüglich der künftigen Bedeutung des Wassers, speziell des Süßwassers und seiner Verknappung durch Verschmutzung und Verschwendung einerseits, seines übermäßigen destruktiven Auftretens andererseits. Jenseits dieser sozialen Bedeutung ist Wasser als Medium die Basis allen Lebens und im Detail unendlich formenreich. Dieser Formenreichtum fordert den Künstler heraus, ihn sich zu erschließen: Wasser taugt bildmäßig zu mehr als bloßer Teil von Landschaftsbildern zu sein, oder, ganz aktuell als Katastrophenszene. Allen Arbeiten liegen klassische Fotografien zugrunde. Nur mittels der Kamera können die flüchtigen Formen des Wassers im Detail fixiert werden: Geo- und biomorphes, Reliefartiges. Wasser bricht Farben und Formen der Umgebung, sie fließen in die Bildkomposition mit ein. Dort, wo es künstlerisch sinnvoll erscheint, werden die Fotografien digital bearbeitet. Der Computer dient hier als erweitertes grafisches Instrument. Feinstukturen werden – wenn gewollt – sichtbar gemacht. Dabei geht es um Bildkomposition, Assoziation, Klärung und Hervorhebung von sonst nicht Erkennbarem. Der Künstler stellt sich vor, daß das, was man in Turbulenzstrukturen in kleinem Detail sieht, Grundmuster einer Formensprache darstellt, die in anderen Bereichen der Natur zu dauerhafteren Formen führt. Deswegen mag es dem Bildbetrachter leicht fallen, aus den festgehaltenen Strukturen assoziativ verschiedenste Formen zu entdecken, die seltsam bekannt erscheinen. Mitunter werden Bildreihungen erstellt, die ineinander übergehend einen artifiziellen „Bilderfluss“ formen.